Kubaturbonus 

Kubaturgeschenk für energetische Sanierung

Energetische Sanierung mit Kubaturbonus: Voraussetzungen - Informationen 

- Es muss sich um ein Wohngebäudehandeln, welches vor dem 12. Jänner 2005 (mit diesem Datum ist der Klimahausstandard in Südtirol eingeführt worden) bestanden hat bzw. vor diesem Datum die Baukonzession erhalten hat. 
- Das Gebäude muss zu diesem Datum eine Größe von zumindest300 m³  Baumasse über Erde haben.
- Ein Gebäude gilt als Wohngebäude, wenn zumindest die Hälfte für Wohnzwecke bestimmt ist.
- Wenn das ganze Gebäude energetisch saniert und dabei auf Klimahaus-standard Cgebracht wird,  kann ein Kubaturbonus beansprucht werden.
- Wer schon vor dem 12. Jänner 2005 ein Wohngebäude im Klimahausstandard C gebaut hat, kann die Erweiterung auch beanspruchen (die energetische Sanierung muss nicht mehr gemacht werden, da das Gebäude ja schon den Klimahausstandard C erfüllt)
- Der Kubaturbonus besteht in einer Vergrößerung des Wohngebäudes  um bis zu 200 m³ Baumasse über Erde, und zwar unabhängig und ohne Inanspruchnahme von anderen gültigen Baurechten (wenn  also  noch nicht  realisierte Kubatur zur Verfügung steht, dann kann diese mit der durch die energetische Sanierung ermöglichten Kubatur kumuliert, oder die noch verfügbare Kubatur auch noch zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden werden)
- die  laut  Bauleitplan  oder ggf. Durchführungs- oder Wiedergewinnungsplan zulässige Gebäudehöhe kann um einen Meter überschritten werden.  
- die Regeln bezüglich Gebäude- bzw. Grenzabstand, gelten unverändert, Isolierung, die im Außenbereich angebracht wird, zählt nicht zur Kubatur und verletzt auch nicht den Abstand  (der Mindestabstand  laut  Zivilgesetzbuch - ist natürlich zu respektieren). Im Falle von Aufstockungen ist auch Artikel 77, Absatz 4, des LROG zu beachten.
- es darf also in die Höhe, Breite und auch in die Tiefe erweitert werden;es kann der Dachboden angehoben und ausgebaut werden; es können Veranden geschlossen werden; es kann bei Gebäuden, welche zum Teil unterirdisch sind (sog. „semiinterrati“) die Böschung abgetragen werden; auch eine Kombination dieser Möglichkeiten ist zulässig, immer im Rahmen der zusätzlichen Baumasse von 200 m³ und der zulässigen Gebäudehöhe erhöht um maximal einen Meter, und vorbehaltlich der Genehmigung in ästhetisch-architektonischer Hinsicht. 
- wenn ein bestehendes, aber bisher nicht zur Kubatur gerechnetes Dachgeschoss jetzt als Wohnung nutzbar gemacht wird, so zählt der ganze nutzbar gemachte Gebäudeteil zur Kubatur.
- Das LROG unterstreicht in Artikel 127 Absatz 2 dass alle Maßnahmen "mit besonderer Rücksichtnahme auf den Schutz des städtebaulichen, historischen, architektonischen und Umwelt-Kontextes" zu beurteilen sind. Für die Parameter Baumasse, als Synonym gleichbedeutend mit "urbanistische Kubatur" über Erde, und Gebäudehöhe gelten dieselben Definitionen und Berechnungsmethoden, wie sie in den Planungsinstrumenten der Gemeinde definiert sind. Aufgrund von in letzter Zeit häufiger aufgetretenen Fragen wird bei dieser Gelegenheit unterstrichen, dass die geltenden Vorschriften nicht durch irgendwelche Interpretationen und gestalterische Kunstgriffe  umgangen werden dürfen: Alle Bauteile mit Fassaden tragen zur Bildung von Gebäudehöhe und Baumasse bei, Fassadenverkleidungen, auch wenn sie geneigt sind oder die Form von heruntergezogenen Dächern annehmen, sind immer noch Teil der Umfassungsmauern und dürfen nicht zur Umgehung der Festsetzungen bezüglich Gebäudehöhe führen, zu Lasten des städtebaulichen Gefüges, der Anrainer und der Gebäudetypologie der Siedlungen. 

- Die Erweiterung  von Gebäuden, die dem Denkmalschutz oder dem Landschaftsschutz unterstehen, können in Übereinstimmung mit einem Gutachten der zuständigen Behörde genehmigt werden.
- Für Gebäude, die unter Ensembleschutz oder in A-Zonen stehen, sind die besonderen Merkmale, die zu dieser Unterschutzstellung und Widmung geführt haben, zu beachten.

- Reihenhäuser können diese Norm beanspruchen, auch wenn seinerzeit alle Reihenhäuser mit einer einzigen Baukonzession errichtet und erst später materiell aufgeteilt worden sind. - Die Bestimmungen gelten nicht im Wald und im alpinen Grün und auch nicht in den Gewerbegebieten (dort gibt es keine Wohngebäude, weil die Dienstwohnungen als Teil der gewerblichen Kubatur gelten).
- Die Gemeinden (in Gemeinden bis zu 15.000 Einwohnern der Gemeinderat und in Gemeinden über 15.000 Einwohnern der Gemeindeausschuss) können innerhalb von 30 Tagen weitere Gebiete in ihrer Gemeinde festlegen, wo diese Norm nicht Anwendung findet.
- Die Bestimmungen gelten nicht bei Abriss und Wiederaufbau
– dieser Bereich ist ja schon geregelt: bei Abriss und Wiederaufbau kann bei Klimahausstandard B um 5% und bei Klimahausstandard A um 10% mehr gebaut werden
- Wenn weniger als 50% abgerissen werden, dann kann diese Bestimmung dennoch angewandt werden.

- Die neue Kubatur ist ausschließlich für Wohnzwecke bestimmt.
- Wird eine konventionierte Wohnung erweitert, so wird auch die neue Kubatur konventioniert (mit den gleichen Bestimmungen wie die  bestehende Wohnung); wird eine geförderte Wohnung erweitert, so erhält der erweiterte Teil dieselbe Sozialbindung wie die bestehende Wohnung; wird eine freie Wohnung erweitert, dann ist auch der erweiterte Teil frei; entsteht mit der Erweiterung eine neue Wohneinheit, dann muss diese auf jeden Fall konventioniert werden.
- Mit dem Antrag um Baukonzession ist die von einem qualifizierten Techniker erstellte Berechnung des Energiebedarfs zumindest mit den Anforderungen als Klimahaus C vorzulegen, mit dem Antrag auf die Benutzungsgenehmigung muss das Zertifikat der Klimahausagentur beilegt werden, welches belegt, dass das gesamte Gebäude auch energetisch auf Klimahaus C Standard saniert worden ist. Die Sanktionen, die bei festgestellten Mängeln anzuwenden sind, sind im Artikel 127, Absatz 7, des LROG in g.F. geregelt.

- Bereits eingereichte Gesuche werden so behandelt, als ob sie zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Beschlusses eingereicht worden wären, also am Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt. Die Entscheidung über das Baugesuch erfolgt auf Grundlage der beim Zeitpunkt der Entscheidung gültigen Regelung, also mit Berücksichtigung der von der Gemeinde evt. gemäß Punkt 3 der Richtlinien getroffenen Festlegung über die Zulässigkeit.

- Die Möglichkeit der Kubaturerweiterung aufgrund der energetischen Sanierung gilt bis zum 31.12.2010;spätestens an diesem Tag muss mit den effektiven Bauarbeiten begonnen werden.