Wohnraumlüftung 

Je besser ein Haus gedämmt ist, desto größer wird  im Verhältnis zum gesamten Wärmebedarf der Anteil der Wärmeverluste, die durch das Lüften entstehen. Beträgt er bei unsanierten Altbauten etwa 20 bis 25 %, steigt der Anteil bei Niedrigenergiehäusern auf 30 bis 40 %, bei Passivhäusern sogar auf 45 bis 55 %. Dem ist nur mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung abzuhelfen.

Lüftungsgeräte und -anlagen

Wie immer beim Bauen und Sanieren gibt es auch für die kontrollierte Be- und Entlüftung kleine und große Lösungen. Dabei gibt es drei verschiedene Systeme, die sich für den Neubau oder die Nachrüstung im Altbau eignen.

  1. Einzelraumlüftung:
    Geht es darum, einzelne Problemräume zu lüften – etwa das innen liegende Bad oder das Schlafzimmer zur Hauptstraße hin – sind dezentrale Geräte gefragt. Sie kommen komplett ohne Rohrsystem aus. Nur zwei kleine Außenwanddurchlässe hinter dem Gerät sind für Zu- und Abluft nötig.
  2. Zentrale Abluftanlage:
    Ein Abluftgerät mit Ventilator, das zum Beispiel im Dachgeschoss installiert wird, saugt über ein Rohrsystem die verbrauchte, feuchte Luft aus den Küche, Bad und WC ab. So entsteht ein ganz leichter Unterdruck im Gebäude, sodass über Durchlässe in den Außenwänden gefilterte Frischluft in die Wohn- und Schlafzimmer nachströmt. Deshalb montiert man die Außenwanddurchlässe nahe der Heizkörper: So wird die Luft beim Einströmen temperiert, und man vermeidet Zugerscheinungen. Da keine Rohre für die Zuluft nötig sind, hält sich der Aufwand für die Installation in Grenzen. Abluftanlagen eignen sich deshalb gut für den nachträglichen Einbau.
  3. Zentrale Zu- und Abluftanlage:
    Mit einem Ventilator saugt das zentrale Lüftungsgerät die frische Außenluft an und führt sie über ein Rohrnetz in die Wohn- und Schlafräume. Durch Überströmöffnungen, z.B. ein Lüftungsgitter oder einen Spalt unter der Tür, gelangt die Luft in Flur, Diele oder Treppenhaus und strömt weiter in Richtung Küche, Bad und WC. Dort saugt das Zentralgerät die verbrauchte, feuchte Luft ab und befördert sie über ein zweites Rohrnetz nach draußen. Beim Neubau befinden sich die Zu- und Abluftrohre oft in Decken oder Installationsschächten. Beim Altbau hat sich das Verlegen auf Putz oder in abgehängten Decken bewährt. Vom Lüftungssystem sind nur die heute zumeist unscheinbaren Luftdurchlässe zu sehen.